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Biodiversitätsmonitor › Lebensräume

Wird es in Österreich nachts heller?

Datenstand 2025, Abruf 12. Oktober 2026

Ja. Österreich strahlt nachts 17 Prozent mehr Licht ab als 2012, gemessen vom Satelliten. Am höchsten lag die Lichtmenge, das Licht aller beleuchteten Felder zusammen, im Jahr 2022: 21 Prozent über 2012. 2025 waren rund 12 Prozent der Landesfläche nachts beleuchtet, 2012 waren es 9,5 Prozent. Die Zunahme ist eine Untergrenze: Der Satellit sieht blaues LED-Licht nicht und kann dort, wo Lampen auf LED umgestellt werden, weniger messen, als das Auge sieht.

Nachtlicht in Österreich, Index 2012 = 100

Was diese Zahl nicht sagt

Der Satellit misst Licht, das nach oben abstrahlt, nicht wie hell der Himmel am Boden wirkt.

Wo es hell ist und wo es heller wird

Am stärksten wuchs das Nachtlicht im Burgenland, um 34 Prozent, und in der Steiermark, um 31 Prozent. Am wenigsten in Wien, um 6 Prozent; dort sind schon 94 Prozent der Fläche nachts beleuchtet.

Am hellsten, bezogen auf ihre Fläche, sind Gemeinden südlich und südöstlich von Wien: Wiener Neudorf, Brunn am Gebirge, Schwechat und Vösendorf. 256 von 2.092 Gemeinden hatten 2025 keine beleuchtete Fläche.

Was die Strategie will

Die Biodiversitäts-Strategie Österreich 2030+ nennt als Ziel: „An die Gemeindegröße angepasste Licht-Werte des Jahres 2010 werden beibehalten oder unterschritten […]“. Die Satellitenreihe beginnt erst 2012; ob das Ziel erreicht wird, lässt sich mit ihr deshalb nicht prüfen. Sie zeigt aber die Richtung: Seit 2012 wurde es nicht dunkler, sondern heller.

Wie gemessen wird

Der Satellit Suomi NPP misst jede Nacht weltweit, wie viel Licht nach oben abstrahlt. Die NASA fasst die schneefreien Nächte eines Jahres zu einem Jahreswert zusammen, in Feldern von rund 460 mal 310 Metern. Als beleuchtet zählt ein Feld, dessen Wert deutlich über dem Messrauschen liegt; die beleuchtete Fläche ist die Fläche dieser Felder. Die Lichtmenge ist das Licht aller beleuchteten Felder zusammen: je Feld der gemessene Wert mal Feldfläche, aufsummiert. Jedes Feld gehört der Gemeinde, in der sein Mittelpunkt liegt.

Verwandte Auswertungen

Woher die Daten kommen

NASA, Black Marble (VNP46A4), Collection 5200, Version 002: Jahreswerte des Nachtlichts, 2012 bis 2025, über das NASA-Datenarchiv LAADS DAAC. Verwendete Datenschicht „AllAngle_Composite_Snow_Free“; die Werte sind Strahldichten (abgestrahlte Leistung je Fläche und Raumwinkel) in nW/(cm² sr). Beschrieben in Román, M. O. et al. (2018): NASA’s Black Marble nighttime lights product suite. Remote Sensing of Environment 210, doi:10.1016/j.rse.2018.03.017. Die Daten sind frei und kostenlos.

Statistik Austria: Gemeindegrenzen, Gebietsstand 1. Jänner 2025, data.statistik.gv.at, CC BY 4.0.

Kyba, C. C. M. et al. (2017): Artificially lit surface of Earth at night increasing in radiance and extent. Science Advances 3, e1701528, Artikel — zur Empfindlichkeit des Sensors (500 bis 900 Nanometer).

Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), 2022: Biodiversitäts-Strategie Österreich 2030+, Stand 11. November 2022, Kapitel 1.2.2 (S. 27–29), PDF.

Nächste Aktualisierung: einmal im Jahr, sobald die NASA den Jahreswert des Vorjahres erzeugt hat (für 2025 war das im März 2026).

Zitieren und einbetten

Biodiversitätsmonitor Österreich (2026): Nachtlicht in Österreich. biodiversitaet-monitor.at/lichtverschmutzung/ · Daten: NASA Black Marble (VNP46A4) · Datenstand 2025

Die Zahlen dieser Seite als Datei: lichtverschmutzung.json

Häufige Fragen

Wird es in Österreich nachts heller?

Ja. Österreich strahlt nachts 17 Prozent mehr Licht ab als 2012, gemessen vom Satelliten der NASA. Weil der Sensor blaues LED-Licht nicht sieht, ist das eine Untergrenze.

Wie viel von Österreich ist nachts beleuchtet?

Rund 12 Prozent der Landesfläche, Stand 2025; 2012 waren es 9,5 Prozent. In Wien sind es 94 Prozent, in Kärnten 5 Prozent.

Wo nimmt das Nachtlicht am stärksten zu?

Im Burgenland, um 34 Prozent seit 2012, und in der Steiermark, um 31 Prozent. Am wenigsten in Wien, um 6 Prozent.

Warum sieht der Satellit LED-Licht nicht vollständig?

Weil sein Sensor nur Licht zwischen 500 und 900 Nanometern misst. Weiße LEDs geben einen Teil ihres Lichts im blauen Bereich darunter ab. Wo Lampen auf LED umgestellt werden, kann der Satellit deshalb weniger messen, als das Auge sieht.