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Biodiversitätsmonitor › Arten

In welchem Bundesland wachsen die meisten Neophyten?

Datenstand September 2022 (Checkliste, erschienen 2025), Abruf 6. Oktober 2026

Die meisten gebietsfremden Pflanzenarten wachsen in Oberösterreich (840), Niederösterreich (839) und Wien (832), die wenigsten in Vorarlberg (434) und im Burgenland (461). Gezählt ist jede Art, die im Land wildwachsend vorkommt. Etabliert, also dauerhaft und verbreitet, ist nur ein Teil: am meisten in Niederösterreich mit 156 Arten.

Neophyten je Bundesland nach Status

Was diese Zahlen nicht sagen

Die Zahlen sind Artenzahlen, keine Dichte und keine Fläche. Sie sagen nicht, wie stark ein Land von Neophyten bedeckt ist oder wie viel Schaden sie dort anrichten.

Was gezählt wird

Für jedes Land hält die Checkliste fest, ob eine gebietsfremde Pflanze dort vorkommt und wie fest sie sich gesetzt hat. Etabliert heißt: Die Art hält sich ohne Zutun und ist verbreitet. Lokal etabliert: Sie hält sich, aber nur an wenigen Stellen. Unbeständig: Sie taucht auf, bildet aber keine dauerhaften Bestände.

Nicht gezählt werden Fehlmeldungen, Pflanzen, die nur in Gärten oder auf Feldern stehen, Pflanzen, die bewusst in die Landschaft gesetzt wurden und sich nicht vermehren, und Vorkommen, die die regionalen Fachleute keiner Stufe zuordnen konnten. Unsichere Zuordnungen zu einer Stufe zählen mit. Tirol steht wie in der Quelle getrennt als Nord- und Osttirol, weil sich die beiden Landesteile ökologisch und in ihrer Flora deutlich unterscheiden.

Was die Unterschiede erklärt

Die Autorinnen und Autoren der Checkliste sehen die Länder im Osten und Nordosten vorn, vor allem wenn man die Zahlen auf die Landesfläche bezieht. Sie nennen mehrere Gründe, die zusammenwirken: Die warmen Tieflagen im Osten sind dicht besiedelt, werden intensiv landwirtschaftlich genutzt, und dort liegen die meisten Verkehrswege. Das bedeutet viele Störungen im Boden, viele veränderte Lebensräume und viel Nachschub an Samen. Das kühle Klima der Berge dagegen bremst die Ausbreitung der meisten Neophyten.

Die Zahlen in der Grafik sind nicht nach Fläche bereinigt und folgen diesem Muster nur zum Teil. Wien trägt auf der kleinsten Landesfläche fast so viele gebietsfremde Pflanzenarten wie Oberösterreich. Das Burgenland dagegen, ganz im Osten und mit warmen Tieflagen, liegt mit 461 Arten auf dem vorletzten Platz; Salzburg mit seinem hohen Gebirgsanteil liegt mit 754 gleichauf mit der Steiermark. Warum das Burgenland so wenige Arten zählt, erklärt die Checkliste nicht.

Wer sich festgesetzt hat

Die meisten Neophyten sind in jedem Land unbeständig. Zählt man nur die etablierten Arten, also die, die sich dauerhaft und verbreitet halten, ändert sich die Reihenfolge: Niederösterreich führt mit 156, gefolgt von Oberösterreich mit 133. Das Burgenland und Nordtirol folgen mit je 130, Wien mit 128. Am wenigsten etablierte Arten haben Osttirol (52) und Vorarlberg (66).

Im Burgenland ist mehr als jede vierte gebietsfremde Pflanzenart etabliert, so viel wie in keinem anderen Land.

Verwandte Auswertungen

Woher die Daten kommen

Glaser M., Gilli C., Griebl N., Hohla M., Pflugbeil G., Stöhr O., Pilsl P., Ehrendorfer-Schratt L., Niklfeld H., Walter J., Pagitz K. & Essl F. (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition). Preslia 97: 413–539, doi:10.23855/preslia.2025.413. Lizenz CC BY 4.0. Die Datensammlung wurde im September 2022 abgeschlossen; den Status je Land haben regionale Fachleute geprüft.

Die Zahlen dieser Seite sind aus der Artenliste im Anhang der Veröffentlichung (Appendix 1) gezählt. Alle zehn Länderzahlen stimmen mit der Karte der Veröffentlichung überein (Abb. 5, S. 422). „Arten“ steht hier vereinfacht für Taxa: Mitgezählt sind Unterarten, Kreuzungen und Artengruppen.

Nächste Aktualisierung: mit der nächsten Auflage der Checkliste.

Zitieren und einbetten

Biodiversitätsmonitor Österreich (2026): Neophyten in den Bundesländern. biodiversitaet-monitor.at/neophyten-bundeslaender/ · Daten: Glaser et al. (2025), Checklist of Austrian neophytes, Preslia 97 · Datenstand September 2022 (Checkliste, erschienen 2025)

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Häufige Fragen

In welchem Bundesland gibt es die meisten Neophyten?

In Oberösterreich mit 840 gebietsfremden Pflanzenarten, knapp vor Niederösterreich mit 839 und Wien mit 832. Am wenigsten sind es in Vorarlberg mit 434.

Warum gibt es im Osten Österreichs mehr Neophyten?

Auf die Landesfläche bezogen liegen laut der Checkliste die Länder im Osten und Nordosten vorn. Die warmen Tieflagen dort sind dicht besiedelt, intensiv bewirtschaftet und von vielen Verkehrswegen durchzogen; das kühle Klima der Berge bremst die Ausbreitung der meisten Neophyten.

Wie viele Neophyten sind in Österreich etabliert?

Österreichweit 227 von 1.615. Weitere 207 halten sich an wenigen Stellen, die übrigen 1.181 tauchen nur vorübergehend auf.