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Biodiversitätsmonitor › Arten

Welche gebietsfremden Pflanzen schaden in Österreich?

Datenstand September 2022 (Checkliste, erschienen 2025), Abruf 6. Oktober 2026

Von den 1.615 gebietsfremden Pflanzenarten in Österreich haben 73 laut der Checkliste von 2025 nachteilige Folgen, bei 21 davon ist die Einschätzung unsicher. 48 betreffen die heimische Artenvielfalt, 26 die Landwirtschaft, weniger die Forstwirtschaft, die Gesundheit und die Wasserwirtschaft. Groß ist die Auswirkung bei 19 Arten, etwa beim Götterbaum, beim Drüsigen Springkraut und bei den Staudenknöterichen.

Neophyten mit negativen Auswirkungen nach Bereich

Was diese Zahlen nicht sagen

Die Einschätzung stammt von den Autorinnen und Autoren der Checkliste, aus Literatur und eigener Kenntnis. Sie ersetzt keine formale Risikobewertung. Was niemand untersucht hat, fehlt.

Gebietsfremd heißt nicht schädlich

Die allermeisten Neophyten fallen kaum auf. Sie wachsen an Straßenrändern, auf Bahndämmen oder Brachen und verschwinden oft wieder. Invasiv nennt man gebietsfremde Arten erst, wenn sie sich stark ausbreiten und dabei Schaden anrichten.

Die Checkliste bewertet für jede Art, ob sie in Österreich der heimischen Artenvielfalt, der Land- oder Forstwirtschaft, der Wasserwirtschaft oder der Gesundheit von Menschen und Tieren schadet, und wie stark. Auf 73 von 1.615 Arten trifft das zu. Eine Art kann in mehreren Bereichen wirken.

Wo sie schaden

Am häufigsten trifft es die heimische Artenvielfalt: 48 Arten. Bei 16 davon schätzen die Autorinnen und Autoren die Auswirkung als groß ein, bei 14 ist die Einschätzung unsicher. In der Landwirtschaft sind es 26 Arten, 12 davon mit unsicherer Einschätzung.

Eine große Auswirkung auf die Wasserwirtschaft haben drei Arten, alle drei sind Staudenknöteriche. Auf die Gesundheit des Menschen wirken sechs Arten, am stärksten das Beifußblättrige Traubenkraut, auch Ragweed genannt.

Die 19 Arten mit großer Auswirkung

Groß ist die Auswirkung nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren bei diesen Arten: Eschen-Ahorn, Götterbaum, zwei Amarant-Arten, Beifußblättriges Traubenkraut, Kanadische Wasserpest, Drüsiges Weidenröschen, Rot-Esche, Topinambur, Drüsiges Springkraut, Kanada-Pappel, drei Staudenknöteriche, Robinie, Schlitzblatt-Sonnenhut, Kanadische und Riesen-Goldrute sowie die Lanzettblättrige Aster.

Fünf davon stehen auch auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten, die die EU als Ganzes betreffen (Unionsliste): der Götterbaum, das Drüsige Springkraut und seit 2025 die drei Staudenknöteriche. Für Arten auf dieser Liste gelten in der ganzen EU Verbote, etwa für Handel und Anbau. Insgesamt wurden 21 Pflanzen der Unionsliste in Österreich schon wildwachsend gefunden; für eine weitere gilt die Aufnahme ab August 2027.

Verwandte Auswertungen

Woher die Daten kommen

Glaser M., Gilli C., Griebl N., Hohla M., Pflugbeil G., Stöhr O., Pilsl P., Ehrendorfer-Schratt L., Niklfeld H., Walter J., Pagitz K. & Essl F. (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition). Preslia 97: 413–539, doi:10.23855/preslia.2025.413. Lizenz CC BY 4.0. Die Datensammlung wurde im September 2022 abgeschlossen.

Die Zahlen dieser Seite sind aus der Artenliste im Anhang der Veröffentlichung (Appendix 1) gezählt; die Zahlen je Bereich stimmen mit dem Text der Veröffentlichung überein. Gezählt sind nur Auswirkungen in Österreich. Die Unionsliste ist am Rechtsakt abgeglichen, nicht aus der Checkliste übernommen: Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 in der Fassung vom 7. August 2025; die Checkliste selbst kennzeichnet nur 14 davon. „Arten“ steht hier vereinfacht für Taxa: Mitgezählt sind Unterarten, Kreuzungen und Artengruppen.

Nächste Aktualisierung: mit der nächsten Auflage der Checkliste.

Zitieren und einbetten

Biodiversitätsmonitor Österreich (2026): Folgen der Neophyten. biodiversitaet-monitor.at/neophyten-folgen/ · Daten: Glaser et al. (2025), Checklist of Austrian neophytes, Preslia 97 · Datenstand September 2022 (Checkliste, erschienen 2025)

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Häufige Fragen

Wie viele invasive Neophyten gibt es in Österreich?

Das hängt davon ab, was man invasiv nennt. Laut der Checkliste der Neophyten Österreichs von 2025 haben 73 gebietsfremde Pflanzenarten nachteilige Folgen, bei 19 ist die Auswirkung groß. 57 der 73 haben sich dauerhaft und verbreitet festgesetzt; bei 21 ist die Einschätzung unsicher.

Welche Neophyten schaden der Natur in Österreich am meisten?

Eine große Auswirkung auf die heimische Artenvielfalt haben laut der Checkliste unter anderem Götterbaum, Robinie, Drüsiges Springkraut, die Staudenknöteriche sowie Kanadische und Riesen-Goldrute.

Sind alle Neophyten schädlich?

Nein. Von 1.615 gebietsfremden Pflanzenarten haben 73 nachteilige Folgen, bei 21 davon ist die Einschätzung unsicher. Die meisten tauchen nur vorübergehend auf und fallen kaum auf.