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Biodiversitätsmonitor › Wald

Woraus besteht Österreichs bewirtschafteter Wald?

Datenstand ÖWI 2018/23, Abruf 6. Oktober 2026

Österreichs bewirtschafteter Wald misst 3.356 Tausend Hektar. Davon trägt 59,8 Prozent Nadelholz, 25,8 Prozent Laubholz, und 14,3 Prozent sind Blößen, Lücken, Sträucher im Bestand und Strauchflächen (gerundet). In der Erhebung 1992/96 waren es 69,2, 22,3 und 8,5 Prozent. Der Nadelholzanteil ist also um 9,4 Prozentpunkte gefallen. Wer den Anteil gegen die gesamte Waldfläche rechnet, bekommt einen kleineren Wert — so stand 2018/23 im August 2026 in der Abfrage der Waldinventur; seit Ende September rechnet sie wieder wie diese Seite.

Vier Erhebungen, ein Ganzes

Was diese Zahlen nicht sagen

Alle Anteile beziehen sich auf den bewirtschafteten Wald, nicht auf den ganzen Wald. Flächenanteile sagen nichts über Naturnähe oder Artenvielfalt, und warum Blößen, Lücken und Sträucher zunehmen, belegen die Quellen nicht.

Was die vier Balken zeigen

Die vier Balken zeigen dieselbe Größe zu vier Zeitpunkten: die bewirtschaftete Waldfläche Österreichs, aufgeteilt in Nadelholz, Laubholz und eine dritte Kategorie, die die Quelle als Blößen, Lücken, Sträucher im Bestand und Strauchflächen führt. Jeder Balken steht für sich auf hundert Prozent: Die drei Anteile sind Teile eines Ganzen, und über dieses Ganze entscheidet, wer die Prozente rechnet.

Erhebung Bewirtschafteter Wald Nadelholz Laubholz Blößen, Lücken, Sträucher
1992/96 3.352 Tsd. ha 2.320 (69,2 %) 748 (22,3 %) 284 (8,5 %)
2000/02 3.371 Tsd. ha 2.255 (66,9 %) 802 (23,8 %) 314 (9,3 %)
2007/09 3.367 Tsd. ha 2.139 (63,5 %) 821 (24,4 %) 407 (12,1 %)
2018/23 3.356 Tsd. ha 2.008 (59,8 %) 867 (25,8 %) 481 (14,3 %)

Das Ganze selbst bewegt sich kaum: 3.352, 3.371, 3.367, 3.356 Tausend Hektar über 27 Jahre, eine Spanne von 19 Tausend Hektar oder rund einem halben Prozent. Was sich verschiebt, ist die Aufteilung darin. Die Nadelholzfläche fällt von 2.320 auf 2.008 Tausend Hektar, das sind 312 Tausend Hektar oder 13,4 Prozent ihres Ausgangswerts. Die Laubholzfläche steigt von 748 auf 867, also um 119. Die Differenz zwischen beiden Bewegungen landet in der dritten Kategorie, die von 284 auf 481 Tausend Hektar wächst, um mehr als zwei Drittel.

Damit steht das Bild schon ohne jede Interpretation fest: Der Wald verliert Nadelholz, gewinnt Laubholz, und er gewinnt vor allem Flächen, auf denen gerade kein geschlossener Bestand steht. Der Rückgang beim Nadelholz ist nicht der Sprung, den die kursierenden Prozentwerte nahelegen, aber er ist auch nicht klein. Und die vier Erhebungen sind die längste durchgehende Reihe, die die Waldinventur öffentlich hergibt: 27 Jahre.

Der Nennerwechsel — warum der Rückgang im August 2026 doppelt so groß aussah

Die Waldinventur führt zwei Flächenbegriffe, den bewirtschafteten Wald und den größeren Gesamtwald (was beide unterscheidet, steht in „Was „bewirtschafteter Wald“ heißt“). Für 2018/23 stehen 3.356 gegen 4.018 Tausend Hektar. Woraus die Differenz von 662 Tausend Hektar im Einzelnen besteht, schlüsseln die für diese Seite ausgewerteten Quellen nicht auf.

Bis einschließlich der Hauptauswertung 2016/21 hat die Abfrageoberfläche der Waldinventur ihre Baumartenprozente gegen den bewirtschafteten Wald gerechnet. Beim Abruf am 27. August 2026 stand die Zwischenauswertung 2018/23 dort gegen den Gesamtwald: Nadelholz 50,0 statt 59,8 Prozent — gegen die 69,2 Prozent von 1992/96 ein Rückgang von 19,2 statt 9,4 Punkten, also doppelt so groß. Seit Ende September 2026 rechnet die Abfrage wieder gegen den bewirtschafteten Wald und zeigt die Werte dieser Seite (Abruf 6. Oktober 2026). Der Waldbiodiversitätsbericht des BFW (2026, Tab. 2) hat alle Reihen durchgehend so gerechnet.

Beim Laubholz kippte dadurch sogar die Richtung. Gegen den Gesamtwald gerechnet stand im August 2026 22,3 gegen 21,6 Prozent, was nach Stillstand oder sogar nach einem leichten Rückgang aussah. Gegen den bewirtschafteten Wald gerechnet steht 22,3 gegen 25,8 Prozent — eine Zunahme um 3,5 Punkte, bei einer Fläche, die von 748 auf 867 Tausend Hektar gewachsen ist. Ein Nennerwechsel macht die Zunahme beim Laubholz unsichtbar. Wer zwei Erhebungen vergleicht, muss deshalb zuerst den Nenner vergleichen.

Wie die Zahlen zu lesen sind

Erstens: Der Nenner ist nicht der ganze Wald. Alle Anteile dieser Seite beziehen sich auf den bewirtschafteten Wald; was auf dem übrigen Wald wächst, ist hier nicht mitgezählt. Die Seite trifft deshalb keine Aussage über die Zusammensetzung des österreichischen Waldes insgesamt, sondern über die Zusammensetzung seines bewirtschafteten Teils — und sie tut das für alle vier Erhebungen gleich.

Zweitens: Die dritte Kategorie ist belegt, ihre Ursache nicht. Blößen, Lücken und Sträucher wachsen von 8,5 auf 14,3 Prozent. Ob das Kalamität ist — Schaden durch Borkenkäfer, Sturm oder Trockenheit — oder gewollte Auflichtung, steht in keiner der ausgewerteten Quellen. Der Waldbiodiversitätsbericht führt die Kategorie neutral und nennt für 2018/23 wörtlich „einen Anteil von 14,3 % im österreichischen Ertragswald“ — Ertragswald ist der Begriff der Quelle für den bewirtschafteten Wald.

Drittens: Flächenanteile sind kein Zustandsmaß. Dass Laubholz zunimmt, sagt nichts über Naturnähe, Standortgerechtigkeit oder Artenvielfalt. Eine Fichtenfläche, die zu einer Buchenfläche wird, kann beides sein: eine Annäherung an die natürliche Waldgesellschaft — die Baumarten, die ohne menschliches Eingreifen dort wachsen würden — oder ein Bestand, der aus anderen Gründen gewechselt hat. Wie es den Arten im Wald geht, steht unter Gefährdete Waldpflanzen; wie die Waldlebensräume bewertet sind, unter Waldlebensraumtypen nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie, der EU-Richtlinie zum Schutz von Lebensräumen und Arten.

Viertens: Die Erhebungen sind keine unabhängigen Stichproben hintereinander. Seit 2016 erhebt die Waldinventur nach Angaben des BFW jährlich ein Sechstel ihrer Probeflächen. Die Perioden 2016/21 und 2018/23 teilen daher vier von sechs Erhebungsjahrgängen; ihr Unterschied beruht großteils auf denselben Messungen. Genau deshalb steht die Erhebung 2016/21 nicht in dieser Reihe: Sie würde neben 2018/23 einen Schritt vortäuschen, der überwiegend aus denselben Messungen besteht. Vier weit auseinanderliegende Erhebungen zeigen den Verlauf verlässlicher als sechs dicht gestaffelte.

Was „bewirtschafteter Wald“ heißt

Bewirtschafteter Wald — in der Quelle Ertragswald — ist die Waldfläche, die der Holzproduktion dient. Der Gesamtwald umfasst darüber hinaus auch Waldflächen ohne diese Funktion. Der Unterschied zwischen beiden Größen ist keine Kleinigkeit: Er beträgt 2018/23 rund 662 Tausend Hektar und damit etwa ein Sechstel des Gesamtwalds — anders gesagt, der Gesamtwald ist knapp ein Fünftel größer als der bewirtschaftete. Diese Seite verwendet ausschließlich die kleinere der beiden Größen.

Für eine Zeitreihe ist der bewirtschaftete Wald die stabilere Wahl, weil er über die vier Erhebungen praktisch konstant bleibt. Genau das ist der Grund, warum diese Seite ihn durchgehend verwendet.

Die Fichte, und wo sie hingehört

Der Nennerwechsel betrifft die ganze Baumartentabelle, nicht nur die Summenzeilen. Bei der Fichte, der wichtigsten Einzelbaumart, zeigt er dieselbe Mechanik: Die Waldinventur-Abfrage veröffentlichte im August 2026 49,9 Prozent für 2016/21 und 39,8 Prozent für 2018/23, was einen Absturz um zehn Punkte in zwei Jahren ergäbe. Einheitlich gegen den bewirtschafteten Wald gerechnet stehen 49,9 und 47,6 Prozent nebeneinander — die 49,9 für 2016/21 so, wie die Abfrage sie veröffentlicht, die 47,6 für 2018/23 so, wie sie auch der Waldbiodiversitätsbericht 2026 in Tabelle 2 druckt —, und die Fichtenfläche geht von 1.678 (2016/21) auf 1.598 Tausend Hektar (2018/23) zurück. Über 14 Jahre gerechnet — 50,7 Prozent für 2007/09 — sind es 3,1 Punkte. Der Rückgang ist real, aber langsam.

Wo die Fichte von Natur aus hingehört, beziffert das BFW so: Nach dem Projekt FichtePLUS (BFW, 2013, nach Schweinzer und Starlinger) ist die Fichte „auf etwa 60 % ihrer derzeitigen Fläche oder, anders gesagt, einem Drittel der nationalen Waldfläche (1,3 Mio. Hektar)“ Teil der natürlichen potentiellen Waldgesellschaft. Die 60 Prozent beziehen sich auf die Verbreitungsfläche der Fichte — rechnerisch rund 2,2 Millionen Hektar —, nicht auf die 1,6 Millionen Hektar Fichte im bewirtschafteten Wald dieser Seite; auf welche Inventurperiode sich die Auswertung stützt, nennt die Quelle nicht. Die Angabe auf den aktuellen Bestand hochzurechnen wäre eine Erfindung. Dieselbe Quelle nennt daneben etwa 20 Prozent der Verbreitungsfläche als standortsfremd, also dort von Natur aus nicht vorkommend — 60 und 20 ergeben zusammen nicht 100; was mit dem Rest ist, lässt die Quelle offen.

Nicht auf dieser Seite steht der Vergleich der Bundesländer: Seine Werte stammen direkt aus der Abfrageoberfläche der Waldinventur, und deren Nutzungsbedingungen untersagen die Einspeisung in Online-Dienste ohne schriftliche Zustimmung. Die Bundeswerte dieser Seite sind im Waldbiodiversitätsbericht abgedruckt, und für sie liegt die schriftliche Zustimmung des BFW vor; die Länderwerte stehen im Bericht nicht.

Verwandte Auswertungen

  • Waldfläche im Nachbarschaftsvergleichder Wald wächst, in Österreich um 3,4 Prozent seit 1990, und bei fast allen Nachbarn ebenso. Jene Seite beantwortet, wie viel Wald es gibt; diese, woraus er besteht. Beide zusammen zeigen, dass die Fläche wächst, während sich ihre Zusammensetzung verschiebt.
  • Waldlebensraumtypen nach Artikel 17 der FFH-Richtlinieein ähnlicher Befund, ein anderer Mechanismus: Dort stehen 92,8 Prozent Waldlebensraumfläche in gutem Zustand gegen 28,1 Prozent günstige Bewertungen, weil eine strenge Bewertungsregel und ein Wechsel der Zähleinheit zusammenwirken. Hier verschiebt ein Nennerwechsel den Wert.
  • Gefährdete Waldpflanzen200, 253 und 286 gefährdete waldgebundene Gefäßpflanzen in den Roten Listen 1986, 1999 und 2022, bei konstantem Nenner. Die Baumarten sind die Bühne, die Waldarten das Stück.

Woher die Daten kommen

Österreichische Waldinventur (ÖWI) des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), Erhebungen 1992/96, 2000/02, 2007/09 und die Zwischenauswertung 2018/23. Verwendet werden die Flächen der Indikatoren 22_08_A (Nadelholz gesamt), 22_34_A (Laubholz gesamt) und 1_l (bewirtschafteter Wald), Ebene Bund. Alle Prozentwerte sind daraus selbst gerechnet, nicht aus den Prozentfeldern der Quelle übernommen. Abgerufen am 27. August 2026, Kontrolle am 6. Oktober 2026.

Waldbiodiversitätsbericht, Tabelle 2 (BFW-Berichte 155/2026, Mai 2026), eine zweite Veröffentlichung derselben Erhebung mit praktisch denselben Werten. Im Bericht ergibt die dritte Kategorie für 1992/96 als Differenz 284, als Summe ihrer Einzelposten 285 Tausend Hektar (2018/23: 481 gegen 482) — die Abweichung ist Rundung.

Weiterverwendung: Das BFW behält sich alle Rechte vor: Die Vervielfältigung von Texten und Daten ist nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung zulässig, Download und Ausdruck sind für den privaten, nicht-kommerziellen Gebrauch gestattet. Die Zustimmung für die hier gezeigten Auswertungen — die Bundeswerte — liegt vor.

Erhebungsmethode: Bundesforschungszentrum für Wald, Institutsseite „Waldinventur“, bfw.gv.at/fachinstitute/waldinventur/: „Seit 2016 erfolgen jährlich auf einem Sechstel der Probeflächen die umfangreichen Messungen und Ansprachen der ÖWI. Die derzeit aktuellen Auswertungen der ÖWI umfassen die Erhebungen der Jahre 2018–2023.“ Abgerufen am 7. Oktober 2026.

Natürlicher Standort der Fichte: Projekt FichtePLUS (BFW), fichteplus.at/index.php/problematik, Abschnitt „Problematik“, nach Schweinzer, K.-M. & Starlinger, F. (2013): Natürliche und sekundäre Fichtenvorkommen in Österreich, BFW-Praxisinformation 31, S. 7–9. Abgerufen am 7. Oktober 2026.

Nächste Aktualisierung: Die Waldinventur erhebt seit 2016 jährlich ein Sechstel ihrer Probeflächen; die derzeit aktuelle Auswertung umfasst laut BFW die Erhebungsjahre 2018 bis 2023.

Zitieren und einbetten

Biodiversitätsmonitor Österreich (2026): Nadel- und Laubholz im bewirtschafteten Wald. biodiversitaet-monitor.at/baumarten/ · Daten: Österreichische Waldinventur, Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Erhebung 2018/23 · Datenstand ÖWI 2018/23

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Häufige Fragen

Woraus besteht Österreichs bewirtschafteter Wald?

Von den 3.356 Tausend Hektar bewirtschaftetem Wald tragen 2.008 Nadelholz (59,8 Prozent) und 867 Laubholz (25,8 Prozent); die übrigen 481 Tausend Hektar sind Blößen, Lücken, Sträucher im Bestand und Strauchflächen (14,3 Prozent). Alle drei Anteile beziehen sich auf den bewirtschafteten Wald, nicht auf die gesamte Waldfläche von 4.018 Tausend Hektar.

Wie viel Fichte steht in Österreichs Wald?

Einheitlich gegen den bewirtschafteten Wald gerechnet 47,6 Prozent in der Erhebung 2018/23, gegenüber 49,9 Prozent 2016/21 und 50,7 Prozent 2007/09 — ein Rückgang um 3,1 Punkte in 14 Jahren. Die Fichtenfläche selbst geht von 1.709 (2007/09) auf 1.598 Tausend Hektar (2018/23) zurück. Gegen die gesamte Waldfläche gerechnet ergäbe dieselbe Fläche 39,8 Prozent — ein Wert, der nicht neben die älteren gehört.

Wird der Wald laubholzreicher?

Ja, gemessen an der Fläche eindeutig: Laubholz steigt von 748 auf 867 Tausend Hektar und von 22,3 auf 25,8 Prozent des bewirtschafteten Waldes. Wer den letzten Wert gegen die gesamte Waldfläche rechnet, bekommt 21,6 Prozent und damit scheinbar Stillstand — so stand es im August 2026 in der Abfrage der Waldinventur. Was die Zunahme für Naturnähe oder Artenvielfalt bedeutet, sagen diese Daten nicht.

Warum weichen die Zahlen von denen der Waldinventur ab?

Heute weichen sie nicht mehr ab. Im August 2026 rechnete die Abfrageoberfläche der Waldinventur die Zwischenauswertung 2018/23 gegen die gesamte Waldfläche: 2.008 Tausend Hektar Nadelholz ergaben gegen 4.018 Tausend Hektar Gesamtwald 50,0 Prozent, gegen 3.356 Tausend Hektar bewirtschafteten Wald 59,8 Prozent. Seit Ende September 2026 rechnet die Abfrage wieder gegen den bewirtschafteten Wald. Diese Seite hat durchgehend so gerechnet, damit die vier Erhebungen vergleichbar bleiben; der Waldbiodiversitätsbericht des BFW (2026) nennt für 2018/23 ebenfalls 59,8 Prozent.