In welchem Zustand sind Österreichs Waldlebensraumtypen?
Datenstand Berichtsperiode 2019–2024, Abruf 28. August 2026
Österreich hat der EU für die Berichtsperiode 2019–2024 20 Waldlebensraumtypen mit zusammen 13.858 Quadratkilometern gemeldet. 92,8 Prozent dieser Fläche sind in gutem Zustand. Dieselbe Meldung ergibt, nach Lebensraumtypen ausgezählt, nur 28,1 Prozent günstige Bewertungen — neun von 32, je Typ und Region gezählt. Beide Zahlen sind richtig. Der Abstand von 64,7 Prozentpunkten entsteht durch die strenge Zusammenfassungsregel — für die Gesamtbewertung genügt es, wenn einer von vier Teilwerten (Einzelbewertungen) schlecht ausfällt — und durch den Wechsel der Zähleinheit.
Zwei Messweisen, zwei Antworten
Was diese Zahl nicht sagt
Bewertet sind die Waldlebensraumtypen, rund ein Drittel der Waldfläche, nicht der ganze Wald. Die Bewertung gilt für das ganze Staatsgebiet, nicht nur für die Natura-2000-Gebiete, und eine Verbesserung zwischen zwei Perioden ist nur dann echt, wenn die Meldung sie so ausweist.
Zwei Messweisen, ein Bestand
Die beiden Balken zeigen nicht zwei Erhebungen, zwei Perioden oder zwei Behörden. Sie zeigen dieselbe Meldung desselben Landes für dieselben Wälder, einmal nach Quadratkilometern und einmal nach Lebensraumtypen ausgewertet. Genau deshalb ist der Vergleich zulässig: Es gibt keinen Methodenvorbehalt zwischen den Balken, den man dazwischenschieben könnte, und jede Abweichung muss aus der Auswertung selbst kommen. Die Flächenmessung stützt sich auf einen der vier Teilwerte der Bewertung — Verbreitungsgebiet, Fläche, Struktur und Funktion sowie Zukunftsaussichten —, nämlich auf Struktur und Funktion; die Gesamtbewertung fasst alle vier zusammen.
| Messweise | Ergebnis | Grundlage |
|---|---|---|
| Teilwert „Struktur und Funktion“, flächenbezogen | 92,8 % gut | 13.858,4 km² Waldlebensraum |
| Gesamtbewertung, ausgezählt | 28,1 % günstig | 32 Bewertungen über 20 Lebensraumtypen |
| Teilwert „Fläche“ (Area), Status | 76 % günstig | aus dem Bericht, nicht selbst ausgezählt |
Die Flächenmessung teilt sich in 12.858,62 Quadratkilometer „gut“, 977,78 „nicht gut“ und 22,00 „unbekannt“ — also 92,8, 7,1 und 0,2 Prozent, was sich rundungsbedingt auf 100,1 addiert. Die Gesamtbewertung teilt sich in neun günstige, 14 unzureichende, neun schlechte und keine unbekannte Bewertung — 28,1, 43,8, 28,1 und 0,0 Prozent. Der Balken fasst „unzureichend“ und „schlecht“ zu „nicht gut“ zusammen; das ist die Zusammenfassung, die die FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU) selbst vornimmt.
Österreich meldet die Flächen je Lebensraumtyp als Spanne von–bis. Gerechnet ist hier mit der Mitte jeder Spanne. Mit den Untergrenzen ergäben sich 93,0 Prozent Fläche in gutem Zustand, mit den Obergrenzen 92,6 Prozent — die Aussage hängt daran nicht.
Eine dritte Lesart derselben Meldung kommt zu einem dritten Ergebnis: Nach dem Teilwert Fläche allein sind 76 Prozent günstig bewertet. Diese Zahl ist aus dem Waldbiodiversitätsbericht übernommen (S. 52) und nicht selbst nachgerechnet. Sie ist trotzdem wichtig — sie zeigt, dass es nicht zwei Zahlen gibt, zwischen denen man wählen könnte, sondern eine Meldung mit mehreren zulässigen Auswertungen.
Die Regel, die aus 93 Prozent 28 macht
Der Zustandsbericht nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie bewertet jeden Lebensraumtyp anhand von vier Teilwerten: Verbreitungsgebiet, Fläche, Struktur und Funktion sowie Zukunftsaussichten. Für die Gesamtbewertung werden diese vier nicht gemittelt und nicht gewichtet. Es gilt eine Alles-oder-nichts-Regel: Der schlechteste Teilwert bestimmt das Ergebnis. Ein Waldtyp, dessen Fläche zu 99 Prozent in gutem Zustand ist, gilt als ungünstig, sobald seine Zukunftsaussichten schlecht sind. Wer die Regel aus dem Alltag kennt, kennt sie als Zeugnis, in dem die Gesamtnote nicht der Durchschnitt ist, sondern die schlechteste Einzelnote.
Dazu kommt eine zweite Schwelle, und sie sitzt ausgerechnet in dem Teilwert, aus dem die 92,8 Prozent stammen. Struktur und Funktion gilt nur dann als günstig, wenn mehr als 90 Prozent der Fläche in gutem Zustand sind; sobald mehr als 25 Prozent nicht gut sind, ist der Teilwert automatisch „ungünstig-schlecht“, unabhängig vom Rest. Die Regel ist also so gebaut, dass „ungünstig“ der wahrscheinlichere Ausgang ist. Der Bericht sagt das selbst (S. 51).
Neben der Zusammenfassungsregel wirkt ein zweiter Hebel, unauffälliger: Die beiden Balken zählen verschiedene Dinge. Der Flächenbalken wiegt Quadratkilometer — ein großer Lebensraumtyp in gutem Zustand deckt viele kleine in schlechtem Zustand zu. Der Bewertungsbalken zählt jede Kombination aus Lebensraumtyp und biogeografischer Region genau einmal, gleich ob sie tausend Quadratkilometer umfasst oder zehn. Erst beide Hebel zusammen erklären den Abstand von 64,7 Punkten: die strenge Zusammenfassung und der Wechsel der Zähleinheit.
Was daraus folgt, ist keine der beiden naheliegenden Schlagzeilen. Die 93 Prozent bedeuten nicht „Österreichs Wäldern geht es gut“, und die 28 Prozent bedeuten nicht „Österreichs Wäldern geht es schlecht“. Beides wäre aus derselben Meldung belegbar, und beides wäre falsch. Richtig ist: Der größte Teil der gemeldeten Waldlebensraumfläche befindet sich in gutem Zustand, und der größte Teil der Waldlebensraumtypen verfehlt trotzdem den günstigen Erhaltungszustand, weil jeweils mindestens einer von vier Teilwerten nicht stimmt. Die Fläche misst den Zustand, die Bewertung fasst ihn streng zusammen.
Wie weit die Teilwerte auseinanderliegen können, zeigt der Typ 9110, die Luzulo-Fagetum-Buchenwälder, in der alpinen Region: Seine Zukunftsaussichten sind mit „günstig“ bewertet, die Gesamtbewertung lautet trotzdem „unzureichend“. Der Zusammenhang gilt in beide Richtungen — ein guter Teilwert rettet die Gesamtnote nicht, ein schlechter kippt sie allein.
Welchen Wäldern es gut geht und welchen nicht
Die 32 Bewertungen verteilen sich nicht zufällig. Die neun günstigen Bewertungen liegen zu sieben in der alpinen Region, darunter die bodensauren Fichtenwälder, die alpinen Lärchen-Zirbenwälder, die Bergkiefernwälder und die Schwarzkiefernwälder. Am anderen Ende steht ein geschlossenes Bild: Alle sechs Bewertungen der drei Feuchtwaldtypen — Moorwälder, Auenwälder mit Erle und Esche sowie Hartholzauwälder — stehen in beiden Regionen auf „schlecht“. Es gibt unter ihnen keinen einzigen guten Fall. Die restlichen drei schlechten Bewertungen entfallen auf die euro-sibirischen Steppen-Eichenwälder und die illyrischen Eichen-Hainbuchenwälder.
Dasselbe Muster zeigt das Grünland auf der Seite zum Erhaltungszustand nach Lebensraumgruppen: Der Mittelwert verdeckt, dass ganze Typengruppen geschlossen am unteren Ende stehen. Warum die Feuchtwälder durchgehend schlecht bewertet sind, sagen die hier ausgewerteten Quellen nicht.
Alpin und kontinental
Österreich meldet in zwei biogeografischen Regionen, und die Bewertungen gehen deutlich auseinander:
| Region | Bewertungen | günstig | unzureichend | schlecht |
|---|---|---|---|---|
| Alpine Region | 20 | 35,0 % | 40,0 % | 25,0 % |
| Kontinentale Region | 12 | 16,7 % | 50,0 % | 33,3 % |
| Österreich | 32 | 28,1 % | 43,8 % | 28,1 % |
Knapp zwei Drittel aller Waldbewertungen — 20 von 32 — entfallen auf den alpinen Raum, und dort ist der günstige Anteil doppelt so hoch wie im kontinentalen. Der Waldbiodiversitätsbericht nennt für den Regionenunterschied „um 10 Prozent besser“ (S. 52) — dort steht der Satz allerdings über dem Teilwert Struktur und Funktion, nicht über der Gesamtbewertung. Für die Gesamtbewertung, die diese Tabelle zeigt, sind es 18,3 Punkte. Die beiden Angaben widersprechen einander nicht, sie messen Verschiedenes.
Ist es besser geworden?
Die Meldung führt neben der aktuellen auch die vorige Bewertung. Für den Wald steigt die Zahl der günstigen Bewertungen von vier auf neun, also von 12,5 auf 28,1 Prozent. Das sieht nach einer deutlichen Verbesserung aus und ist zum größeren Teil keine: Von den fünf neuen günstigen Fällen beruhen drei auf einer geänderten Methode und nur zwei auf einer echten Veränderung. Die Meldung kennzeichnet selbst, ob eine Änderung echt ist oder Folge besserer Erfassung oder eines neuen Verfahrens.
Bemerkenswert bleibt der Befund trotzdem: In der gesamten österreichischen Lebensraum-Meldung gibt es vier echte Verbesserungen, und alle vier liegen im Wald — bei zwei Typen von Eichen-Hainbuchenwäldern, einem in der kontinentalen (Code 9160) und einem in der alpinen Region (Code 9170; beides nicht die pannonischen und nicht die illyrischen Eichen-Hainbuchenwälder, die weiter oben auf „schlecht“ stehen), den pannonischen Eichen-Hainbuchenwäldern und den illyrischen Buchenwäldern. Im Grünland gibt es keine einzige. Zwei dieser vier reichen bis zur Stufe „günstig“ — die pannonischen Eichen-Hainbuchenwälder in der kontinentalen und die illyrischen Buchenwälder in der alpinen Region; die beiden anderen steigen nur von „schlecht“ auf „unzureichend“. Deshalb stehen hier vier echte Verbesserungen und im Absatz davor nur zwei echte unter den fünf neuen günstigen Fällen: Es sind dieselben Bewegungen, zweimal verschieden gezählt. Der Wald ist also gleichzeitig eine Gruppe mit überwiegend ungünstigen Bewertungen und die einzige mit belegten Fortschritten.
Wie die Zahlen zu lesen sind
Erstens: Es geht um Lebensraumtypen, nicht um den ganzen Wald. Bewertet werden die Waldlebensraumtypen der FFH-Richtlinie. Sie umfassen laut Bericht (S. 51) 1,4 Millionen Hektar und damit 34,5 Prozent der österreichischen Waldfläche — die eigene Flächensumme von 13.858,4 Quadratkilometern entspricht 1,39 Millionen Hektar und deckt sich damit. Zwei Drittel des österreichischen Waldes kommen in dieser Meldung also gar nicht vor. Der Prozentsatz beschreibt nicht den Wald, sondern seinen gemeldeten Teil.
Zweitens: „Natura 2000“ ist der Rahmen, nicht die Fläche der Zahlen. Die Bewertung nach Artikel 17 gilt für das gesamte Staatsgebiet, nicht nur für die ausgewiesenen Gebiete. Der Bericht nennt für die Waldlebensraumtypen innerhalb von Natura 2000 einen Anteil von 5,4 Prozent der Waldfläche — also deutlich weniger als die 34,5 Prozent insgesamt (S. 51). Das ist eine andere Größe als der Anteil der Natura-2000-Gebiete an der gesamten Waldfläche (14,58 Prozent, siehe „Natura 2000 in Österreich, als Einordnung“), der allen Wald in den Gebieten zählt, nicht nur die Lebensraumtypen. Wer die Zahlen dieser Seite als „Zustand der Natura-2000-Gebiete“ liest, liest sie falsch.
Drittens: Den Arten geht es schlechter als den Flächen. Von den waldgebundenen Arten erreichen laut Bericht nur 23 Prozent einen günstigen Zustand (S. 53). Diese Zahl ist übernommen, nicht selbst ausgezählt, weil die Meldung Arten nicht als „waldgebunden“ ausweist. Eine eigene Auszählung über vier der sechs Artengruppen, die der Bericht auswertet, ergibt 51 günstige von 230 Bewertungen, also 22,2 Prozent. Sie stützt die Berichtszahl, ersetzt sie nicht. Der Bericht selbst ist an dieser Stelle uneins: Seine Indikatorenübersicht nennt 20 Prozent (S. 10), das Kapitel nennt 23 Prozent (S. 53).
Viertens: Der Periodenvergleich trägt nur mit Vorbehalt. Er steht in „Ist es besser geworden?“ samt der Kennzeichnung, welche Veränderungen echt sind. Ohne diese Kennzeichnung wäre die Reihe eine Verbesserungsgeschichte, die die Quelle selbst nicht hergibt.
Natura 2000 in Österreich, als Einordnung
Das Schutznetz selbst ist in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten der Fläche nach kaum noch gewachsen. Der Bericht führt dazu eine eigene Tabelle:
| Jahr | Gebiete | Fläche | Anteil der Landesfläche | Waldfläche in den Gebieten | Waldanteil der Gebiete | Anteil der Gebiete an der Waldfläche |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 202 | 12.550 km² | 14,96 % | 5.275 km² | 42 % | 13,22 % |
| 2013 | 239 | 12.562 km² | 14,98 % | 5.550 km² | 44 % | 13,91 % |
| 2015 | 294 | 12.691 km² | 15,13 % | 5.700 km² | 45 % | 14,28 % |
| 2019 | 352 | 12.895 km² | 15,37 % | 5.852 km² | 45 % | 14,58 % |
| 2024 | 353 | 12.901 km² | 15,38 % | — | — | — |
Tab. 10 des Waldbiodiversitätsberichts, S. 49; die Quellen dort sind die Natura-2000-Datenbank der Europäischen Kommission, das Natura-2000-Barometer der Europäischen Umweltagentur und die Waldinventur 2018/23. Die beiden letzten Spalten messen Verschiedenes: Der Waldanteil der Gebiete sagt, wie viel der Schutzfläche Wald ist; der Anteil an der Waldfläche sagt, wie viel des österreichischen Waldes in den Gebieten liegt.
Die Zahl der Gebiete steigt von 202 auf 353, die Fläche aber nur um 351 Quadratkilometer oder 0,42 Prozentpunkte der Landesfläche; zwischen 2019 und 2024 kommen ein einziges Gebiet und sechs Quadratkilometer dazu. Für 2024 meldet der Bericht keine Waldwerte; die Spalte bleibt leer und wird nicht fortgeschrieben. Mehr ausgewiesene Fläche ist kein Beleg für einen besseren Erhaltungszustand: Die beiden Größen sind in dieser Meldung nicht miteinander verrechnet.
Verwandte Auswertungen
- Erhaltungszustand nach Lebensraumgruppendieselbe Meldung, alle neun Gruppen: Fels und Höhlen stehen bei 75,0 Prozent günstig, Grünland bei 8,3 Prozent, Moore bei 0. Der Wald mit seinen 28,1 Prozent liegt im oberen Drittel dieser Rangfolge. Den Gesamtwert über alle Gruppen, 22,8 Prozent, führt die Seite „Erhaltungszustand“.
- Ökologischer Zustand der Fließgewässerebenfalls zwei Messweisen für denselben Bestand, aber ein anderer Mechanismus: Dort erzeugt die Größenverteilung des Gezählten den Abstand von 6,6 Punkten, hier eine Bewertungsregel zusammen mit dem Wechsel der Zähleinheit den Abstand von 64,7 Punkten.
- Gefährdete Waldpflanzendie Artenseite zum selben Lebensraum: Die Zahl der gefährdeten Gefäßpflanzen steigt von 200 auf 286, und „vom Aussterben bedroht“ steigt von 11 auf 43 Arten, knapp das Vierfache.
Woher die Daten kommen
Eionet, Article 17 Web Tool der Europäischen Umweltagentur (Reportnet3, EEA 2026), Meldung Österreichs für die Berichtsperiode 2019–2024, Gruppe Forests, Land AT, beide Regionen. Weiterverwendung unter CC BY 4.0, solange die Europäische Umweltagentur als Quelle genannt und der Sinn nicht verfälscht wird. Abgerufen und ausgezählt am 28. August 2026. Das Werkzeug liefert keine Prozentübersicht je Land; die Anteile sind selbst ausgezählt. Die Angaben zur vorigen Bewertung und zur Art der Veränderung (Abschnitt „Ist es besser geworden?“) stammen aus den Spalten „Prev. CS“, „Curr. CS“ und „Status Nat. of ch.“ derselben Tabelle, die Zukunftsaussichten des Typs 9110 aus den Spalten „Range prosp.“, „Area prosp.“, „S & f prosp.“ und „Status“ im Block Future prospects; Kontrolle am 7. Oktober 2026.
Waldbiodiversitätsbericht, Kapitel Natura 2000, S. 48–54. Zitiervorschlag des Berichts: Linser, S.; Lapin, K.; Bradley, O.; Gschwantner, T.; Russ, W. (2026): Waldbiodiversitätsbericht. BFW-Berichte 155/2026, Wien, ISSN 1013-0713. Daraus übernommen: die 93 Prozent guter Fläche (S. 52), die 76 Prozent nach dem Teilwert Fläche (S. 52), die 23 Prozent günstig bewerteter Waldarten (S. 53) samt der abweichenden 20 Prozent der Indikatorenübersicht (S. 10), die Anteile 34,5 und 5,4 Prozent der Waldfläche (S. 51), der Satz „um 10 Prozent besser“ zum Regionenunterschied (S. 52) und die Tabelle der Natura-2000-Gebiete (Tab. 10, S. 49). Auszugsweiser Abdruck ist laut Impressum des Berichts mit Quellenangabe gestattet.
Zwei Zählregeln, dieselben wie auf der Seite Erhaltungszustand: Gezählt werden Bewertungen, nicht Lebensraumtypen — 20 Typen in zwei Regionen ergeben, da nicht jeder Typ in beiden Regionen vorkommt, 36 Tabellenzeilen. Vier Zeilen tragen keine aktuelle Bewertung und bleiben außer Betracht, es bleiben 32. Die eigene Flächensumme von 92,8 Prozent deckt sich mit den 93 Prozent des Waldbiodiversitätsberichts.
Nächste Aktualisierung: Die Berichtsperioden laufen sechsjährig.
Zitieren und einbetten
Biodiversitätsmonitor Österreich (2026): Erhaltungszustand der Waldlebensraumtypen. biodiversitaet-monitor.at/natura-2000-wald/ · Daten: Eionet, Article 17 Web Tool (EEA), Periode 2019–2024 · Datenstand Berichtsperiode 2019–2024
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Häufige Fragen
Warum kursieren zwei verschiedene Zahlen zum Zustand der Wälder?
Weil dieselbe EU-Meldung zwei zulässige Auswertungen erlaubt. Nach Fläche gemessen sind 92,8 Prozent der gemeldeten Waldlebensraumfläche in gutem Zustand — der Waldbiodiversitätsbericht nennt 93 Prozent. Nach Lebensraumtypen ausgezählt sind nur neun von 32 Bewertungen günstig, also 28,1 Prozent. Der Abstand von 64,7 Punkten hat zwei Gründe: Für die Gesamtbewertung genügt ein schlechter Teilwert von vier, und die Fläche wiegt Quadratkilometer, während die Bewertung jeden Lebensraumtyp einmal zählt.
Was ist Natura 2000?
Das europäische Netz ausgewiesener Schutzgebiete. Österreich führte darin 2024 353 Gebiete mit 12.901 Quadratkilometern, das sind 15,38 Prozent der Landesfläche; 2010 waren es 202 Gebiete auf 14,96 Prozent. Alle sechs Jahre meldet jeder Mitgliedstaat nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie den Erhaltungszustand der geschützten Lebensraumtypen und Arten. Wichtig für das Verständnis dieser Seite: Diese Bewertung gilt für das gesamte Staatsgebiet, nicht nur innerhalb der ausgewiesenen Gebiete.
Wie wird der Erhaltungszustand eines Waldlebensraumtyps bestimmt?
Über vier Teilwerte — Verbreitungsgebiet, Fläche, Struktur und Funktion sowie Zukunftsaussichten. Sie werden nicht gemittelt: Der schlechteste Teilwert bestimmt die Gesamtbewertung. Zusätzlich gilt Struktur und Funktion nur dann als günstig, wenn mehr als 90 Prozent der Fläche in gutem Zustand sind, und bei mehr als 25 Prozent nicht guter Fläche automatisch als „ungünstig-schlecht“. Deshalb kann ein Waldtyp mit weit überwiegend gutem Flächenzustand insgesamt als ungünstig gelten.
Welchen Waldlebensraumtypen geht es am schlechtesten?
Den Feuchtwäldern. Alle sechs Bewertungen der Moorwälder, der Auenwälder mit Erle und Esche sowie der Hartholzauwälder stehen in beiden biogeografischen Regionen auf „schlecht“; dazu kommen die euro-sibirischen Steppen-Eichenwälder und die illyrischen Eichen-Hainbuchenwälder. Sieben der neun günstigen Bewertungen liegen dagegen in der alpinen Region — darunter Fichten-, Lärchen-Zirben-, Bergkiefern- und Schwarzkiefernwälder.