Biodiversität in Österreich
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Blinde Flecken
8 von 18: Wo Österreich seine Natur nicht im Blick hat
Die Biodiversitäts-Strategie misst Zustand und Belastung der Natur mit 18 Leitindikatoren. Für 10 davon hat Österreich laut Umweltbundesamt ein eingerichtetes Monitoring, für 8 nicht oder nur teilweise. Für die genetische Vielfalt, Grün- und Wasserflächen in Städten, Feuchtgebiete und besonders problematische Pflanzenschutzmittel fehlt sogar der Ausgangswert.
Ob die Insekten in Österreich abnehmen, lässt sich mit Daten nicht beantworten. Für das Bodenleben nennt der Bericht keine verfügbaren Daten. Diese Seite sammelt, wo Daten und Forschung fehlen – und schlägt Themen für Studien und Recherchen vor.
Was Österreich misst – und was der Monitor zeigt?
| Indikator | Österreich misst | Monitor zeigt |
|---|---|---|
| Zustand der Natur | ||
| Erhaltungszustand (FFH-Richtlinie, Vögel) | eingerichtet | ja |
| Genetische Vielfalt | fehlt | nein |
| Grüne und blaue Infrastruktur | fehlt | nein |
| Landschaftselemente | eingerichtet | folgt |
| Feldvogelindex | eingerichtet | ja |
| Vernetzung der Wälder | eingerichtet | folgt |
| Baummikrohabitate | eingerichtet | teilweise |
| Totholz | eingerichtet | ja |
| Waldvogelindex | teilweise | nein |
| Lebewelt der Gewässer | eingerichtet | ja |
| Feuchtgebiete | in Planung | teilweise |
| Almen und Bergmähder | teilweise | nein |
| Sonderstandorte | teilweise | teilweise |
| Belastungen | ||
| Bodenverbrauch | eingerichtet | ja |
| Invasive Arten | in Planung | teilweise |
| Pflanzenschutzmittel | fehlt | teilweise |
| Wildverbiss | eingerichtet | folgt |
| Verbauung der Gewässer | eingerichtet | ja |
Die Biodiversitäts-Strategie Österreich 2030+ nennt rund 100 Kennzahlen. Das Umweltbundesamt hat daraus 2025 im Auftrag des Klimaschutzministeriums 22 Leitindikatoren und 21 ergänzende Indikatoren ausgewählt. Für jeden hält der Bericht fest, ob es Daten gibt, einen Ausgangswert – den Wert, an dem spätere Veränderungen gemessen werden – und ein Monitoring, also eine regelmäßige, immer gleich angelegte Erhebung. Die Tabelle zeigt die 18 Leitindikatoren für Zustand und Belastung der Natur; die vier übrigen messen Maßnahmen wie Schutzgebiete oder Förderungen.
Eingerichtet ist das Monitoring vor allem dort, wo EU-Recht ohnehin Daten verlangt, etwa die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) oder die Wasserrahmenrichtlinie, oder wo eine Inventur läuft wie im Wald. Es fehlt bei der genetischen Vielfalt wildlebender Arten, bei Grün- und Wasserflächen in Städten über 10.000 Einwohnern (in der Tabelle: grüne und blaue Infrastruktur) und bei besonders problematischen Pflanzenschutzmitteln, die die EU ersetzt sehen will (sogenannte Substitutionskandidaten). Für Feuchtgebiete gibt es eine Vorstudie, für invasive Arten ein Konzept. Beim Index der Waldvögel hält der Bericht Verbesserungen für nötig; veröffentlicht waren dort Werte bis 2012.
Daten gibt es öfter als ein Monitoring: Nach Einschätzung des Berichts sind 16 der 22 Leitindikatoren mit geringem Aufwand darstellbar. Zu den Wiederherstellungsmaßnahmen, die die EU-Wiederherstellungsverordnung verlangt, sind laut Bericht keine Daten verfügbar. Und ein zentrales Biodiversitätsinformationssystem für Österreich, in dem die Daten gesammelt öffentlich zugänglich wären, ist laut Bericht noch nicht eingerichtet.
Wo der Monitor „teilweise“ zeigt, steht dort ein Ersatzwert, nicht der amtliche Indikator. Beim Pflanzenschutz ist das die in Verkehr gebrachte Menge, nicht der Einsatz auf der Fläche.
Wo vorhandene Daten zu kurz greifen?
Auch wo Österreich misst, fehlt oft etwas: die Ursachen, aktuelle Rote Listen, Werte für einzelne Gemeinden oder offene Daten.
Ursachen
Die Zeitreihen halten fest, wie viel es gibt, aber nicht, warum sich das ändert. Das gilt für die Zählung der Feldvögel in Österreich und der Tagfalter in der EU, für die Daten zum Grünland und für die Waldinventur. Beispiel Fichte: Ihr Anteil geht zurück. Ob Forstbetriebe sie gezielt durch andere Baumarten ersetzen oder ob Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer sie zerstören, zeigt die Waldinventur nicht. Ohne die Ursache lässt sich nicht sagen, welche Maßnahme hilft.
Altes Wissen
Rote Listen geben an, wie gefährdet Arten sind – und sie sind nur so aktuell wie ihre letzte Überarbeitung. Die Übersicht des Umweltbundesamts führt 27 Tiergruppen. 4 davon haben keine Rote Liste, bei 20 ist die Liste älter, als das Umweltbundesamt für eine Überarbeitung vorsieht; die älteste, die der Käfer, stammt von 1994. Auch die Rote Liste der Lebensräume, der sogenannten Biotoptypen, gibt den Wissensstand von 2002 bis 2008 wieder. Wie gefährdet diese Arten und Lebensräume heute sind, ist damit offen.
Unbekannt
Alle sechs Jahre meldet Österreich der EU, in welchem Zustand die Lebensräume und Arten sind, die die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie schützt. Bewertet wird getrennt für die alpine und die kontinentale Region; deshalb gibt es mehr Bewertungen als Lebensraumtypen. In der letzten Meldung trugen 10 der 114 Bewertungen von Lebensraumtypen und 18 der 338 Bewertungen von Arten keine Einstufung: Ihr Zustand ist unbekannt.
Abgebrochene Reihen
Manche Zahlen werden nicht mehr fortgeschrieben. Den Anteil biologisch bewirtschafteter Agrarfläche meldet Österreich seit 2021 nicht mehr an Eurostat, das Statistikamt der EU. Die Reihe für Österreich endet dort mit 2020. Warum die Meldung fehlt, ist nicht belegt.
Nur europäisch
Für manche Kennzahlen gibt es eine europäische Reihe, aber keinen Wert für Österreich. Die Entwicklung der Tagfalter auf Wiesen und Weiden gibt es als Zeitreihe bisher nur für die EU insgesamt; das österreichische Tagfalter-Monitoring Viel-Falter läuft erst seit 2023. Ob Österreich besser oder schlechter dasteht, zeigt die europäische Reihe nicht.
Nur geschätzt
Manche Größen werden nicht gemessen, sondern nur geschätzt. Wie viel Grundwasser entnommen wird, ist bisher geschätzt; ein Register mit Meldepflicht soll ab Juli 2029 gelten. Wie viel Moorfläche schon wiedervernässt, also nach der Entwässerung wieder nass gemacht wurde, erfasst keine Datenquelle.
Nicht kleinräumig
Manche Zahlen gibt es für ganz Österreich, aber nicht für einzelne Gemeinden. Bodenverbrauch ist Fläche, die dauerhaft für Siedlung, Verkehr, Freizeit, Ver- und Entsorgung genutzt wird. Wie er sich in den einzelnen Gemeinden verändert, ist laut Umweltbundesamt derzeit nicht verlässlich anzugeben. Wo genau Boden verloren geht, lässt sich damit nicht verfolgen.
Ohne offene Daten
Manche Daten gibt es, aber nicht ohne Hürde. Die Satellitenreihe zum künstlichen Licht in der Nacht ist kostenlos, aber nur mit Benutzerkonto bei der NASA zu laden; der Monitor wertet sie aus. Welche Waldtypen die meisten Arten beherbergen, lässt sich mit offenen Daten nicht prüfen.
Wo die Forschung Lücken hat?
Insekten
Es gibt keine Zeitreihe, die zeigt, wie sich die Insekten in Österreich entwickeln. Laut Umweltbundesamt (2020) fehlen „quantitative Daten, die einen Insektenrückgang belegen oder widerlegen könnten“; es fehlen standardisierte Erhebungen, also Zählungen nach immer gleicher Methode, die langfristig gesichert sind. Eine 2023 veröffentlichte Studie des Landwirtschaftsministeriums untersuchte auf 309 Flächen Insektengruppen wie Heuschrecken, Fangschrecken, Hummeln, Wanzen oder Zikaden. Bei den meisten Gruppen fand sie in Summe keine signifikante, also statistisch gesicherte Zu- oder Abnahme der Zahl der Tiere, bei Heuschrecken und Fangschrecken einen Rückgang. Das sind wenige Gruppen von rund 40.000 Insektenarten Österreichs; für die übrigen bleibt die Frage offen.
Bestäuber
Bestäuber sind Insekten, die beim Blütenbesuch Pollen übertragen. Für Österreich gibt es laut Strategie weder Rote Listen aller bestäubenden Insekten noch Zeitreihen aus systematischen Programmen; Verluste werden aus lokalen und ausländischen Daten erschlossen. Ab 2027 erhebt ein Monitoring, das die EU-Wiederherstellungsverordnung verlangt, auf 80 Flächen von je zwei mal zwei Kilometern. Es liefert einen Wert für ganz Österreich, nicht für einzelne Gebiete. Ob Bestäuber in einem Bundesland zurückgehen, wird man auch dann nicht ablesen können.
Bodenleben
Böden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen, doch wie es ihren Bewohnern geht, wird nicht laufend erhoben. Für die Vielfalt der Bodenlebewesen nennt der Bericht des Umweltbundesamts keine verfügbaren Daten; eine regelmäßige Erhebung in der Agrarlandschaft ist erst festzulegen. Das Projekt BodenBiodiv der Universität für Bodenkultur sollte von 2024 bis Jänner 2026 Regenwürmer und Mikroorganismen, also Kleinstlebewesen wie Bakterien, auf 200 Flächen erfassen und eine vorläufige Rote Liste der Regenwürmer erarbeiten. Eine einmalige Erhebung zeigt einen Stand, keine Entwicklung.
Genetische Vielfalt
Genetische Vielfalt sind die Unterschiede im Erbgut innerhalb einer Art. Für wildlebende Arten gibt es dafür keinen Ausgangswert, also keinen Wert, an dem spätere Veränderungen gemessen werden; das Monitoring ist laut Umweltbundesamt erst zu konzipieren. Die Strategie verlangt, Arten zu bestimmen, die stellvertretend für die genetische Vielfalt stehen können. Ob wildlebende Arten an genetischer Vielfalt verlieren, lässt sich bis dahin nicht feststellen.
Pilze und Wirbellose
Bei manchen Gruppen ist nicht einmal bekannt, wie viele Arten es gibt. Die Zahl der Pilzarten in Österreich ist nur geschätzt, auf rund 10.000. Den Erforschungsgrad der Wirbellosen, also der Tiere ohne Wirbelsäule wie Spinnen oder Schnecken, nennt die Strategie selbst „nicht zufriedenstellend“. Welche dieser Arten gefährdet sind, lässt sich ohne dieses Grundwissen nicht beurteilen.
Naturwälder
Naturwälder sind Wälder, die sich weitgehend ohne forstliche Nutzung entwickeln. Öffentliche Daten zu ihrer Lage und ihrem Zustand gibt es nicht. Eine Auswertung von Luftbildern durch die Umweltorganisation GLOBAL 2000 mit der Technischen Universität Wien fand 2026 rund 2.700 Quadratkilometer Verdachtsflächen – Flächen, auf denen das Luftbild Naturwald vermuten lässt –, zusammen 6,9 Prozent der Waldfläche. Vor Ort geprüft ist keine davon. Wie viel Naturwald Österreich noch hat, ist damit offen.
Wirkung von Maßnahmen
Ob eine Maßnahme der Natur nützt, wird selten gemessen. Das Bestäuber-Monitoring ab 2027 liefert nur einen Wert für ganz Österreich; um zu wissen, ob einzelne Maßnahmen wirken, braucht es laut Landwirtschaftsministerium gezieltere Erhebungen. Auch eine Übersicht, welche Bekämpfung gebietsfremder, also vom Menschen eingeschleppter Arten was bewirkt hat, will die Strategie erst erstellen lassen. Welche Maßnahmen man ausweiten und welche man ändern sollte, bleibt so ohne Beleg.
Einige dieser Lücken werden mit Projekten aus dem Biodiversitätsfonds bearbeitet, etwa mit dem Tagfalter-Monitoring Viel-Falter seit 2023 und dem Projekt BodenBiodiv. Ob diese Programme nach Projektende weiterlaufen, sagt keine der Quellen.
Vorschläge für Studien.
Themen für Forschung und Abschlussarbeiten, aus Sicht des Monitors – keine Liste laufender Projekte.
Insekten über Gruppen hinweg
Für die meisten Insektengruppen fehlt eine Zeitreihe; ältere Nachweise liegen aber in Sammlungen und Fachliteratur. Wie haben sich Insektenbestände in Österreich entwickelt, wenn man diese historischen Aufnahmen an denselben Orten wiederholt? Das ergäbe einen Vergleich über Jahrzehnte, ohne auf ein neues Monitoring zu warten.
Stellvertreter für genetische Vielfalt
Die Strategie verlangt Arten, die stellvertretend für die genetische Vielfalt stehen; für wildlebende Arten fehlt der Ausgangswert. Welche Arten eignen sich dafür, und wie hoch ist ihr Ausgangswert? Mit ihnen ließe sich später messen, ob die Vielfalt im Erbgut schwindet.
Bodenleben
BodenBiodiv sollte Regenwürmer und Mikroorganismen auf 200 Flächen erfassen; eine regelmäßige Erhebung gibt es nicht. Wie unterscheiden sich Regenwurm- und Mikrobengemeinschaften zwischen Acker, Grünland und Wald, und wie lässt sich die Erhebung auf diesen 200 Flächen dauerhaft wiederholen? Aus einer Momentaufnahme würde so eine Zeitreihe.
Naturwälder
Die Luftbildauswertung fand rund 2.700 Quadratkilometer Verdachtsflächen, keine davon vor Ort geprüft. Wie viel davon ist bei einer Stichprobe vor Ort tatsächlich Naturwald? Das zeigt, wie verlässlich die Karte ist.
Artenvielfalt nach Waldtyp
Welche Waldtypen die meisten Arten beherbergen, lässt sich mit offenen Daten nicht prüfen. Welche Waldtypen sind in Österreich für welche Artengruppen am artenreichsten? Grundlage könnten Vegetationsaufnahmen sein, also Listen der Pflanzenarten auf festen Probeflächen, und die Waldinventur. Das zeigt, welche Wälder für die Artenvielfalt besonders zählen.
Licht in der Nacht
Für ganz Österreich wertet der Monitor die Satellitenreihe seit 2012 aus; für Schutzgebiete fehlt diese Auswertung. Wie hell sind Österreichs Schutzgebiete in der Nacht, und wie hat sich das seit 2012 verändert? So ließe sich prüfen, ob künstliches Licht auch in Schutzgebiete reicht.
Grün in Städten
Für Grün- und Wasserflächen in Städten über 10.000 Einwohnern gibt es weder ein Monitoring noch einen Ausgangswert. Wie viel Grün- und Wasserfläche haben diese Städte heute? Der Wert wäre der Ausgangspunkt, an dem spätere Veränderungen gemessen werden.
Wirkung von Maßnahmen
Ob einzelne Maßnahmen wirken, wird kaum gemessen. Haben Biodiversitätsflächen im Agrarumweltprogramm – Teile von Äckern und Wiesen, die Betriebe gegen Förderung für die Natur stehen lassen – oder wiedervernässte Moore messbar mehr Arten als vergleichbare Flächen ohne Maßnahme?
Vorschläge für Recherchen.
Fragen für Redaktionen, die sich mit Anfragen, Dokumenten und Gesprächen klären lassen.
Was nach dem Projektende kommt
Viel-Falter zählt seit 2023 Tagfalter, BodenBiodiv sollte bis Jänner 2026 laufen; beide werden aus dem Biodiversitätsfonds bezahlt. Werden sie und andere Erhebungen aus dem Fonds nach Ende der Förderung weiterfinanziert – und von wem?
Stabil oder unbekannt?
Der Landwirtschaftsminister nannte die Entwicklung der Insekten 2023 „deutlich positiver als bisher angenommen“, das Umweltbundesamt sah 2020 keine Daten für eine Aussage. Für welche Gruppen und Flächen gilt die Aussage?
Die fehlende Bio-Meldung
Den Anteil biologisch bewirtschafteter Agrarfläche meldet Österreich seit 2021 nicht mehr an Eurostat; dort endet die Reihe mit 2020. Warum fehlt die Meldung?
Alte Rote Listen
Von 27 Tiergruppen haben 4 keine Rote Liste; bei 20 der übrigen 23 ist die Liste älter als vorgesehen, die der Käfer stammt von 1994. Woran liegt das – fehlt Geld, fehlen Fachleute für die Artbestimmung?
Woher die 1,6 Millionen Hektar stammen
Das Landwirtschaftsministerium nennt 1,6 Millionen Hektar Schutzwald ohne Quelle. Der dazu genannte Anteil von 42 Prozent der Waldfläche stammt laut dem Wildschadensbericht 2025 des Ministeriums aus der Hinweiskarte Schutzwald, einer Karte der möglichen Schutzwälder; die Waldinventur kommt auf andere Flächen. Woher stammen die 1,6 Millionen Hektar, und welche Fläche steht hinter den 42 Prozent?
Bestäuber ab 2027
Ab 2027 soll ein Bestäuber-Monitoring auf 80 Flächen von je zwei mal zwei Kilometern beginnen; die EU-Wiederherstellungsverordnung verlangt es. Wer erhebt, mit welchem Budget, und wie ist der Zugang zu privaten Flächen geregelt?
Naturwald-Verdachtsflächen
GLOBAL 2000 und die TU Wien fanden 2026 auf Luftbildern rund 2.700 Quadratkilometer möglichen Naturwald; geprüft ist keine dieser Flächen. Was machen Ministerium und Länder mit den Verdachtsflächen?
Wasserentnahmen bis 2029
Wie viel Grundwasser entnommen wird, ist bisher nur geschätzt; ein Register mit Meldepflicht soll erst ab Juli 2029 gelten. Wie viel wird bis dahin entnommen, und wer weiß es?
Die Tabelle zeigt, wo ein Monitoring fehlt, nicht, wie es der Natur dort geht. Die Einstufung stammt aus dem Bericht des Umweltbundesamts von 2025; seither können Programme begonnen haben. Welche Seite des Monitors einen Indikator abbildet, ist eine eigene Zuordnung.
Häufige Fragen.
Kein umfassendes, sondern Programme für einzelne Bereiche: die Meldungen nach der Fauna-Flora-Habitat- und der Vogelschutzrichtlinie, die Überwachung der Gewässer, die Waldinventur und Programme für Vögel und Tagfalter. Von den 18 Leitindikatoren für Zustand und Belastung hat Österreich laut Umweltbundesamt für 10 ein eingerichtetes Monitoring.
Das lässt sich mit Daten derzeit nicht beantworten. Laut Umweltbundesamt fehlen quantitative Daten, die einen Rückgang belegen oder widerlegen. Eine 2023 veröffentlichte Studie des Landwirtschaftsministeriums fand bei den meisten untersuchten Insektengruppen in Summe keine signifikante Veränderung der Individuenzahl, bei Heuschrecken und Fangschrecken einen Rückgang.
Laut Umweltbundesamt für die genetische Vielfalt wildlebender Arten, für Grün- und Wasserflächen in Städten, für Feuchtgebiete und für besonders problematische Pflanzenschutzmittel. Ohne Ausgangswert lässt sich nicht sagen, ob sich etwas verbessert.
Woher die Daten kommen.
Schindler S., Schwarzl B., Stejskal-Tiefenbach M., Szucsich N., Lapin K., Konrad H., Oettel J. & Sukala A. (2025): Biodiversitäts-Indikatoren. Headline-Indikatoren zur Bewertung von Status und Trends der biologischen Vielfalt in Österreich. Umweltbundesamt, Report REP-0911, Wien. Status des Monitorings aus den Steckbriefen (Tabellen 2–22, S. 19–38). PDF
Bundesministerium für Klimaschutz (2022): Biodiversitäts-Strategie Österreich 2030+. PDF
Umweltbundesamt (2020): Insekten in Österreich – Zusammenfassung. Report REP-0739, Wien. PDF
Landwirtschaftsministerium (2023): Insektenstudie, Presseaussendung vom 16. Jänner 2023. Aussendung
Landwirtschaftsministerium: Arbeitsgruppe zu Artikel 10 der Wiederherstellungsverordnung (Bestäuber). PDF
Universität für Bodenkultur Wien: Projekt BodenBiodiv, 2024–2026. Projektseite
Universität Innsbruck (2024): Viel-Falter, Meldung vom 18. März 2024. Meldung
GLOBAL 2000 und TU Wien (2026): Naturwald-Verdachtsflächen, Meldung vom 9. Juli 2026. Meldung
Richtlinie 2009/128/EG, Anhang IV, in der Fassung der Richtlinie (EU) 2019/782: Gruppen des harmonisierten Risikoindikators für Pflanzenschutzmittel. EUR-Lex
Die übrigen Angaben stammen von den Seiten dieses Monitors; ihre Quellen stehen dort. Der Bericht des Umweltbundesamts steht unter „© Umweltbundesamt“; die Einstufungen sind mit Quellenangabe zitiert, die Tabelle ist eine eigene Darstellung. Nächste Aktualisierung: mit der nächsten Fassung des Indikatorenberichts.
Rote Listen – wie alt das Wissen über gefährdete Tiergruppen ist
Erhaltungszustand – was die Meldung an die EU über Arten und Lebensräume sagt
Bio-Anteil in Österreich – warum die Reihe 2020 endet
Nachtlicht in Österreich – was der Satellit seit 2012 misst und was die Strategie zum Licht will
Biodiversitätsmonitor Österreich (2026): Blinde Flecken. biodiversitaet-monitor.at/blinde-flecken/ · Daten: Umweltbundesamt, Biodiversitäts-Indikatoren (2025)